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“Shades of white” 01
 

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Morris schmunzelte, als sie aus dem Wagen stiegen. Toni wurde langsam zu einem Nervenbündel und wirkte deswegen etwas hibbelig. "Mann, ich bin schon gespannt, aber auch total aufgeregt. Und man kann in dem einen Becken wirklich stehen ?" Die Frage kam schon zum zehnten Mal und wie die Male zuvor, bestätigte er daß es so war und schob ihn weiter vor zur Rezeption des 'Noir'.

Der Namensgeber des Clubs schmunzelte leise, als er den jungen Italiener sah, der ein wenig rot auf den Wangen wurde und versuchte, hinter der breiteren Gestalt Morris zu verschwinden. "Ich grüße sie, Mr. Valencio - ich freue mich darüber, sie hier begrüßen zu dürfen. Morris wird sie nach oben bringen, Snow wartet schon auf sie und freut sich sehr über diese Begegnung. Und keine Sorge ... sie werden völlig ungestört sein."

"Danke ... sehr nett, Mr. Noir." stammmelte Toni heraus und kam hinter Morris hervor. Es war ja auch unhöflich, und so gab er dem Clubbesitzer höflich die Hand und lächelte scheu zu Gold, der vergnügt grinste.

Doch Gold sagte nichts und winkte nur kurz, ehe er sich wieder den Büchern widmete und das Weitere Noir überließ. "Laßt uns gehen ... und wie geht es dir, Morris ? Ich hörte, die Verhandlungen Gestern liefen gut, du schienst entspannter als sonst. Zumindest hat Remie das erzählt ..."

"Ja, es verlief sehr gut und durch Remies Massagen bin ich auch bei meiner Arbeit deutlich ruhiger und ausgeglichen wie nie." Morris plauderte auf dem Weg zum Fahrstuhl und Toni sah sich kurz um, wurde aber aus den Gedanken gerissen, als sie am Lift waren und Noir sich verabschiedete. Toni tat dies ebenso und schnaufte kurz durch, weil er doch ein wenig Bammel hatte und das verstärkte sich, als sie zum Badebereich fuhren und dort ausstiegen. "Dort sind die Umkleiden, ich fahre dann hoch zu Remie. Kommst schon zurecht." Er klopfte dem jungen Sportler wieder auf die Schulter und schubste ihn aus dem Aufzug. Hinter Toni schlossen sich die Türen, und somit hatte Morris ihm seinem Schicksal überlassen.

Davon bemerkte Snow allerdings nichts, denn er war schon bei dem großen Becken und kletterte gerade das 5-Meter-Brett hoch. Der Silberhaarige liebte es, zu schwimmen und das sah man auch an seiner trainierten Figur ... und man hörte es auch, als er leise lachend absprang, um elegant und fast ohne zu spritzen in das warme Wasser einzutauchen.

Durch das Lachen neugirig geworden, war Toni in den Schwimmbereich gegangen ohne sich umzuziehen, und sah gerade noch, wie Snow ab- und vom Fünfer ins Wasser sprang. "Oh, Mann ..." wispernd, schluckte der Italiener trocken, denn solche Höhen waren für ihn noch weniger was als Wasser.

Nur wenige Herzschläge später tauchte Snow geschmeidig wieder auf und schüttelte elegant den Kopf, um das Wasser aus den Augen zu bringen. Dann fiel sein Blick jedoch auf den Italiener, der ihn verdutzt anblickte und der Silberhaarige lachte leise, als er zur Treppe schwamm und dann herauskam. "Hi, Tonio ! Remie hat mir schon erzählt, daß du kommst - ich freue mich so, dich persönlich kennenzulernen, ich bin einer deiner größten Fans !"

Dem schüchternen Italiener stand erstmal der Mund offen. Snow sah perfekt aus - sein Körper war trainiert vom Schwimmen, seine Haut war glatt und hell, und selbst die Zähne waren erstklassig und strahlten ihn in dem Lächeln weiß entgegen. "Hi ... ähm, ich bin Toni. Und freut mich, daß du so ein Fan von mir bist." Wieder stammelte er und daß sein Gesicht knallrot war, bemerkte er schon nicht mehr.

Der Silberhaarige jedoch schon und so schmunzelte er, als er seine Hand löste und auf die Schulter Tonis legte, um ihn langsam zur Umkleide zurückzuschieben. "Hey, das ist kein Ding - du bist einer der besten frischen Quarterbacks ... und du solltest dich unbedingt umziehen, damit wir anfangen können, Hm ? Das Licht ist gerade herrlich und das Wasser ist so warm, daß es eine Freude ist."

"Ähm ... okay." Mit den Worten verschwand Toni in der Umkleide und verschnaufte erstmal kurz - der Typ sah wirklich verdammt gut aus. "Da kann man echt fast Schwul werden." Er schnaufte nochmal durch und zog sich langsam aus, um in seine Bermudahose zu steigen. Er hatte keine Badehose, denn er konnte nicht schwimmen. Jetzt griff er noch das große Handtuch und kam vorsichtig aus den Umkleiden. 'Warum muss ich überhaupt schwimmen lernen ?' dabei denkend.

Snow stand wieder am Becken und nickte, als er den Größeren aus der Umkleide kommen sah. "Komm, wir gehen schon mal ins Wasser - hier am Rand ist es nicht hoch, gerade mal bis zu deiner Mitte. Es ist ungewöhnlich, daß ein so stattlicher Kerl wie du nicht schwimmen kann ... aber ich denke, das ist in Ordnung, schließlich kann ich auch nicht Football spielen, Hm ?"

"Okay ..." wisperte Toni und legte das Handtuch auf eine der Liegen. Die ganze Sache war ihm doch etwas peinlich und er hatte schon wieder einen roten Schatten auf den Wangen. Seine Kumpels lachten oft über ihn, weil er nicht schwimmen konnte, aber er stammte aus einer armen Familie und hatte daher nie die Möglichkeit dazu gehabt.

Snow nickte einfach nur und ging über die breite Treppe wieder ins Wasser, bis er kurz danach stehenblieb und mit einem sanften Lächeln auf den Lippen auf den Größeren wartete. "Siehst du ? Es geht sogar mir nur bis zur Mitte und du bist glatt noch einen Kopf größer als ich. Komm einfach rein - wir fangen es langsam an, schließlich sollst du Vertrauen zum Wasser und vor allem zu dir bekommen."

Toni sagte nichts, er stieg langsam ins Wasser und schnaufte, als er bis zum Bauch im Wasser und damit auch auf festem Grund stand. "Geht schon." wisperte er und versuchte, ruhig zu bleiben. "Bin etwas aufgeregt."

"Das sehe ich, Toni ... aber du brauchst wirklich keine Angst zu haben. Stell dir das hier einfach als eine riesige Badewanne vor - und sie ist definitiv nicht so gefährlich wie eine Dusche. Komm, gehen wir an den Rand, dann kannst du dich am Überlauf mit der Rechten festhalten ... ich möchte, daß du dich als Erstes einfach nur ans Wasser gewöhnst. Okay ?" Noch während er sprach, kam Snow langsam näher und lächelte wieder, als er die Linke auf die rechte Hand des Größeren legte und sie langsam durch das Wasser zum Überlaufrand des Beckens legte.

Toni schluckte trocken und blickte auf seine Hand, die von Snow geführt wurde. "Ich versuche es, aber ich bin kein Wassermensch." murmelte der Italiener, und blickte dem Hellhaarigen in die schönen Augen.

Und ebendiese silbergrauen Augen lächelten ihn an, als Snow die Fingerspitzen der Rechten auf das Herz des Italieners legte. "Ich weiß ... aber vielleicht gefällt es dir ja doch, Hm ? Nun halte dich einfach locker fest und geh ein wenig in die Knie ... du kennst es ja von der Badewanne, wenn man sich bis zum Kinn hinabsinken läßt und das heiße Wasser genießt. Tu es einfach hier genauso und geh langsam tiefer, bis es dir ans Kinn reicht ... Okay ? Nicht mehr, einfach nur das."

"Okay." stammelte Toni nur wieder und sank langsam in die Knie, bis er bis zum Hals im Wasser steckte und unsicher lächelte. "Klappt schon." erklärte er nun und versuchte, sich an dieses Gefühl zu gewöhnen.

Mit einem kurzen Nicken kam auch Snow weiter runter, bis er ebenfalls bis zum Kinn im Wasser stand - und man sah gut, daß es ihm nichts ausmachte und daß es eigentlich auch keinen Grund dafür gab, Ängste zu haben. "Das ist gut - einfach entspannt bleiben, du hältst dich ja am Rand fest und du weißt, daß du nur aufstehen mußt, um wieder aus dem Wasser zu sein. Ich erkläre dir jetzt, was ich Heute mit dir vorhabe, ja ? Eigentlich nicht viel mehr als das hier ... ich möchte, daß du lernst, daß Wasser dich tragen kann. Ich bin immer hier, um dich zu halten - so wie der Rand des Beckens. Hm ... erzählst du mir ein wenig über dich ? Ich weiß leider nur das Wenige, das man so aus den Zeitschriften oder aus dem Fernsehen kennt. Über dich selbst erfährt man nicht sehr viel, außer, daß du Italiener bist und das deine große Chance auf das College ist. Ich beneide dich ein wenig, ich habe es niemals aufs College geschafft." Bei den letzten Worten huschte einen Moment ein sachter Schatten über die Züge Snows, doch dann lächelte er wieder und blickte mit verhaltener Neugier und Hoffnung auf den dunkleren Italiener.

Dieses kurze Verdunkeln hatte Toni gesehen, aber noch sprach er es nicht an. "Nun, viel gibt es nicht zu erzählen." begann er und er ging noch kurz auf das Training ein. "Ist Okay mit dem Tragen ... ich fühle mich langsam besser." Inzwischen lächelte er scheu und ließ sich von Snow führen. "Was willst du genau wissen ?"

"Alles. Aber ich begnüge mich mit dem, das du mir erzählen willst, Hm ? Ich bin zwar neugierig, aber ich weiß mich zu zügeln." Bei dem Letzteren schmunzelte Snow und richtete sich langsam wieder auf, ging ebenso langsam um den größeren Italiener und ließ die Hände behutsam über dessen breite Schultern gleiten. "Möchtest du schon ein wenig weitermachen, während du erzählst ? Du brauchst eigentlich nicht mehr zu tun, als dich leicht nach hinten legen, wie in der Badewanne auch. Dir kann nichts passieren, du hältst dich ja am Rand fest - und ich halte dich auch, versprochen."

Toni gehorchte und lehnte sich langsam nach hinten. Er fühlte die Hand von Snow, die ihn hielt, und kam nun langsam in die liegende Position und schwamm auf dem Wasser. Jetzt schnaufte er durch und konnte erzählen. "Es gibt nicht viel zu erzählen. Wo fange ich an ... am Besten wäre wirklich, wenn du fragst."

Für einen Moment herrschte Stille, die nur durch das sachte Plätschern des Wassers unterbrochen wurde ... doch dann schmunzelte Snow leise und neigte sich näher, bis er mit dem Mund fast am Ohr des Treibenden war. "Nun - bitte erzähle mir doch ein wenig über dich ? Vielleicht etwas persönlicheres, etwas, das man nicht in den Fan-Magazinen lesen kann."

"Ich kann z.B. nicht schwimmen." kicherte Toni und tauchte kurz ein Stück mit dem Mund unter, weil er sich nicht konzentriert hatte. "Ich gehe heimlich in einen Hostclub, um es zu lernen." fügte er an und kicherte erneut. "Aber das weisst du ja ... Hmmm." Langsam entspannte er sich und er überlegte, welchen Schwenk aus seinem Leben er erzählen konnte.

Snow merkte, daß es dem Schwarzhaarigen nicht leicht viel - doch er drängelte nicht, denn auch wenn er neugierig war, so wurde er nicht aufdringlich. Stattdessen hauchte er einen sanften Kuß auf die Schläfe Tonis und verlagerte die Hände, so daß er ihn nun sacht unter den Schulterblättern stützte und so das eigene Treiben des Italieners auf dem Wasser unterstützte.

Dem Italiener sauste eine Gänsehaut über den Körper und dort, wo der sanfte Kuss seine Haut berührt hatte, kribbelte es irgendwie. Das lenkte ihn so ab, daß er den Beckenrand losließ und nun fast von alleine auf dem Wasser trieb, leicht gestützt von den Händen des Hosts.

Und dieser lächelte zufrieden, als er sah, daß sein kleines Ablenkungsmanöver geklappt hatte. Ermutigt von diesem Erfolg, ließ Snow erneut seine Lippen über die Schläfe des Italieners geistern, als er nun leise fragte. "Nun - hier vermutet Niemand, daß du es lernst ... und wir sind völlig allein, hier wird uns Niemand stören. Und ich tue es auch nicht als Host, sondern als Freund und Verehrer ... schließlich ist es mir eine Freude, dir etwas zurückzugeben, denn auch ich bin einer deiner Fans."

Das wusste Toni, aber er wusste auch, daß Snow ein Host war. "Ich weiß, aber ich hab immer noch das 'Host' im Kopf. Meine Familie ist sehr ... sehr christlich, und wenn die wüssten, wo ich bin ... mammamia, das gäbe Ärger."

Leise aufseufzend, nickte Snow und schloß für einen Moment die Augen, ehe er sich wieder näherneigte und ihm leise antwortete. "Ich weiß ... glaub mir, ich weiß genau, wovon du redest. Auch ich bin katholisch erzogen worden und als ich merkte, daß ich mich nicht für Mädchen sondern Jungs interessierte, brach für mich eine Welt zusammen. Ich hatte Angst, so viel Angst ... und zu Recht, als mein Vater es erfuhr, verprügelte er mich so hart, daß ich fast starb, denn für ihn war ich mit den Farben eines Engels gesegnet und hatte ihn verraten. Es war Noir, der mich dem Tode nahe in einer Seitengasse fand und ins Krankenhaus brachte - und er war es auch, der danach für mich sorgte und unter seine Fittiche nahm. Ich glaube noch immer, Toni ... denn es gibt einen liebenden Gott und Liebe ist ein Geschenk Gottes und etwas, das nicht an ein Geschlecht gebunden sein kann. Denn wenn ich Jemanden nicht lieben kann, nur weil er ein Mann oder eine Frau ist - ist es dann wirklich Liebe ? Das sind die Worte eines Priesters, den ich einmal kannte und ich finde, er hat recht. Außerdem bist du hier kein Kunde für mich ... hier bist du ein Freund, dem ich etwas schenke."

Das schockte Toni so, daß er sich wieder auf die Beine stellte, damit er Snow ansehen konnte. "Das ... Mann, das ist schlimm. Sowas würde mein Vater nie tun ... ich ... Mann." Er wusste nicht, was er sagen sollte, und wirkte immer noch ein wenig geschockt.

Doch der Silberhaarige lächelte nur und koste sacht mit den Fingerspitzen der Rechten über die Wange Tonis, ehe er sich auf das Wasser legte, ihn anblickte und noch immer lächelnd weitererzählte. "Mein richtiger Name ist Liam O'Connel - meine Eltern sind beide irischer Abstammung und strenggläubig. Italiener sind in dieser Hinsicht nicht so streng, denke ich ... mein Vater allerdings schon. Und dazu noch ein Paradebeispiel irischer Reizbarkeit und Stärke, aber das ist Vergangenheit. Komm, wir machen weiter, ja ? Und wenn es dir nichts ausmacht, würde ich gerne erfahren, wie du Quarterback geworden bist. Schließlich sind nicht alle Italiener so prächtige Kerle wie du, Hm ? Und noch weniger interessieren sich für Football."

Toni blickte auf den Hellhaarigen herab und lächelte erleichtert. Er sah, wie unbeschwert Snow im Wasser trieb, und scheinbar hatte er das Geschehene wirklich schon verarbeitet. "Meine Mama ist halb Amerikanerin, und irgendwie hab ich was von Opa abbekommen. Meine vier Geschwister sind alle kleiner als ich."

Das wiederum brachte den Silberhaarigen zum Schmunzeln und er stand geschmeidig wieder auf, ließ die Rechte über die breite Brust und die leichten, schwarzen Brusthaare streichen und nickte, als er sich verschwörerisch näherneigte. "Ehrlich ? Ich bin froh darum, denn sonst hätte ich dich niemals kennengelernt. Machen wir weiter ? Wir haben noch genug Zeit und ich finde, du hast schon gute Fortschritte gemacht."

"Findest du ? Klasse." Das Lob machte Toni stolz und er grinste fröhlich und legte sich nun auch wieder ins Wasser, um etwas sicherer darin zu treiben. "Es gibt ja sowas, das man Floating nennt. Ist das auch so ?"

Snow kam nun behutsam neben Toni und berührte nur hin und wieder sacht mit den Fingerspitzen der Linken dessen Rücken, um ihn manchmal zu stabilisieren. Wie er es sich gedacht hatte, entspannte das Reden ihn soweit, daß er nicht mehr soviel Angst hatte - und der Silberhaarige hoffte, daß seine Taktik weiterhin funktionierte, auch wenn er da wenig Zweifel hatte. "Floating ? Nein, eigentlich eher weniger ... sicherlich treibt man da auch, doch es dient der Abschottung aller Reize. Hier ist es so, daß du dich eher entspannst und öffnest, um das Wasser um dich herum zu fühlen, das um dich herum zu hören und dich so dir selbst und dem Wasser zu öffnen. Eine solche Floating-Kammer ist beengt - wie eine Art Sarg. Dies hier ist das genaue Gegenteil, hier ist alles offen und weit."

"Verstehe." murmelte der Schwimmanfänger und schloss kurz seine Augen. "Als wenn man schwebt, oder ? Ich bin ja noch nie geschwebt." plapperte Toni und grinste wieder. "Ich glaube, ich könnte Wasser doch irgendwie mögen." Langsam fühlte er sich sicher in diesem Element.

Und darüber freute Snow sich sichtbar, als er kurz grinste und dann erneut einen sachten Kuß auf die Schläfe des Italieners hauchte. "Das ist gut, Toni. Doch paß nur auf, wir sind noch lange nicht fertig - und ich denke, wenn dir das jetzt schon gefällt, dann gefällt dir der nächste Schritt noch mehr. Denn da lernst du, wie du tauchst - und wenn du tauchen kannst, dann kannst du nicht mehr ertrinken und brauchst deshalb keine Angst mehr haben."

"Tauchen ? Muss ich dann nicht unter Wasser schwimmen ?" Toni war nun doch wieder überrascht, denn da musste er die Luft anhalten und konnte nicht einfach mal atmen. "Meinst du wirklich, das ist richtig, daß man zuerst das Tauchen macht ?" Er wirkte unsicher.

Snow hatte diese Frage schon erwartet und nickte, ehe er sich wieder näherneigte und nun mit der Linken sanft über die Schläfe und das Kinn des Schwarzhaarigen koste. "Natürlich, Toni. Denn wenn du tauchen kannst, ist es nicht mehr gefährlich für dich und du brauchst keine Angst zu haben. Denn immer, wenn das Schwimmen nicht klappt, tauchst du unter und bist sicher. Keine Sorge, ich weiß, daß es klappt - ich selbst habe es so gelernt und ich habe sieben Geschwister, denen ich alle das Schwimmen auf die gleiche Art gelehrt habe, und sie leben alle noch."

"Wenn das so ist ... Okay. Und sieben Geschwister ? Ich hab fünf. Aber ich denke, bei den Iren ist es ähnlich wie bei uns Italienern, halt große Familien." Toni kratzte sich kurz verlegen am Bauch und überlegte. "Also dann weiter, oder ?"

Für einen Moment folgten die Augen des Silberhaarigen den Fingern und er stellte sich einen Herzschlag lang vor, diesen Fingern mit den eigenen zu folgen ... doch dann riß er sich zusammen und nickte. "Komm, stell dich wieder hin, Toni. Und ja, bei den Iren ist es ähnlich, vor allem, weil wir nicht verhüten." Während er sprach, half er dem Größeren behutsam auf und lächelte, als er die Fingerspitzen einen Moment länger als nötig auf den harten Muskeln verweilen ließ. "Hast du schon mal geübt, die Luft anzuhalten ?"

"Jap." kam es sofort von Toni, und er grinste stolz. "Ich schaffe eine Minute dreissig ... wir Jungs machen da immer einen Wettbewerb draus." Wenn er eins konnte, dann war es, lange die Luft anhalten. "Das reicht, oder ?"

"Klar. Aber ich denke nicht, daß du es ausnutzen mußt - und unter Wasser ist es völlig anders, viel schöner." Dann entfernte sich Snow wieder ein wenig, behielt aber die Hände des Größeren dabei in den Seinen. "Okay - du atmest nun einige Male sehr tief ein und aus und dann normal wieder ein, hältst die Luft an und tauchst mit mir unter. Gehe einfach in einen Schneidersitz und laß dich auf den Grund des Beckens sinken ... wenn dir die Luft ausgeht, dann steh langsam wieder auf und stelle dich hin, dann bist du sicher aus dem Wasser."

Toni nickte und nahm die Taucherbrille, die Snow ihm noch in die Hände drückte, um sie wie dieser aufzusetzen. So konnten sie sich unter Wasser ansehen, und der Italiener sank langsam mit dem Hellhäutigen in die Knie und tauchte unter. Mit der Brille konnte er klar sehen, und im Hellblau des Wassers wirkte Snow wirklich wie ein ganz besonderes Wesen.

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